Zwischenruf

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Liebe Freunde der Bremer Bio-Manufaktur,

es gibt schlechte Nachrichten von Volkswagen – schlecht für alle Unternehmen und Unternehmer.

Die Firma Volkswagen hat offensichtlich ihre Dieselfahrzeuge so manipuliert, dass in Testsituationen Stickoxidwerte angezeigt werden, die mit dem Stickoxidausstoß unter realen Bedingungen nicht das Geringste zu tun haben.

Warum ist das so schlimm?

Es hat wenig damit zu tun, dass VW sich als besser darstellt, als es ist.

Wer sich etwas mit Unternehmensethik oder auch mit Marketing auseinandersetzt, kennt inzwischen den Begriff des „bluewashing“. Er ist Nachfolger von „greenwashing“, womit gemeint war, dass Unternehmen sich ein grünes, also umweltfreundliches Image geben, ohne dass ein echtes Engagement in dieser Richtung stattfindet.

Aber mit „grün“ werden gerne engstirnige und aufdringliche Weltverbesserer assoziiert; man kann sich mit greenwashing also auch ein Imageproblem einhandeln. Und wenn es nur ums Image geht, ist das natürlich ungut.

Die Lösung ist blau. Beim bluewashing wird suggeriert, man sei technisch dermaßen weit vorne, dass, sozusagen als Nebeneffekt, alle Umweltprobleme gleich mitgelöst wurden. Wir sind so effizient geworden, so die Botschaft, dass wir nicht-intendierte Nebeneffekte vollständig im Griff haben und deshalb nutzloser Schadstoffausstoß nicht mehr vorkommt.

Bei Mercedes schlägt sich diese Botschaft im Namen „Bluetech“ nieder, bei VW in „Bluemotion“ – beides Dieselkonzepte.

Natürlich ist das hauptsächlich heiße Luft. Es handelt sich eben um eine Imagekampagne und für die ist die Marketingabteilung zuständig. Die baut keine Autos, sondern Kopfkino. Das Gute daran – alle wissen es. Deswegen ist bluewashing auch keine Lüge.

Wenn z.B. auf die Frage „wie gehts?“ mit „danke gut!“ geantwortet wird, ist allen klar, dass es dem Befragten nicht unbedingt auch gut geht. Und deshalb wird mit dieser Antwort auch nicht gelogen, selbst wenn sie nicht zutrifft. Trotzdem ist die Antwort nicht sinnlos. Denn wenn sie ausbleibt, wenn jemand also gar nichts sagt, dann ist das ein echtes Alarmsignal.

Ähnlich beim bluewashing. Von einem Konzern, der kein bluewashing betreibt wird angenommen, dass es einfach nichts gibt, das schön geredet werden könnte. Konzerne sind also  gezwungen bluewashing zu betreiben, wenn von ihnen nicht allgemein angenommen werden soll, dass sie technologisch abgehängte Umweltberserker sind.

Aber natürlich war die Manipulation bei VW nicht nur bluewashing, sondern echter Betrug. Ist das vielleicht das Problem?

Ich würde sagen, nein. VW hat ja auch bei anderen Sachen schon betrogen. Z.B. bei Reichweitenangaben, bei den Angaben zum Kraftstoffverbrauch oder bei der Einstufung in Schadstoffklassen. Das ist sicher ärgerlich und deutlich gravierender, als die bluewashing-Praxis. Aber wirklich aufgeregt hat sich niemand.

Selbstverständlich sind solche Vorgänge kriminell, aber auch hier wird nur das Bemühen sichtbar, sich als besser darzustellen, als man ist. Das ist etwas Alltägliches, man kennt es und kann damit umgehen. Man kann es vielleicht sogar nachvollziehen, hat vielleicht selbst schon Bewerbungsunterlagen geschönt oder ein steuerlich absetzbares Arbeitszimmer erfunden.

Aber das Verhalten von VW, das jetzt zu Tage tritt, ist etwas ganz anderes. Denn es offenbart ein völliges moralisches Vakuum. Bei der Entscheidung, Autos zu bauen, die entsprechende Abgasnormen tatsächlich erfüllen (und das geht durchaus – auch VW kann das), oder Autos zu manipulieren die Normerfüllung vorzutäuschen, hat VW sich zu letzterem entschlossen. Das wäre völlig undenkbar, wenn VW auch nur das geringste Interesse an der Gesundheit von Mensch und Umwelt hätte.

Kann man beim bluewashing oder auch bei betrügerischen Falschangaben zu Reichweite oder Schadstoffklasse noch davon ausgehen, dass doch grundsätzlich Einigkeit über die Zielrichtung besteht – nämlich effizientere Autos mit geringerem Schadstoffausstoß zu bauen, wird jetzt klar, dass die Zielrichtung des VW-Konzerns ausschließlich in der Gewinnsteigerung liegt.

In den Medien wird jetzt von Imageschäden gesprochen oder von den Folgen für die Wirtschaft. Aber das ist es nicht, was diesen Skandal zu solch einem Schlag in die Magengrube werden lässt. Wer Autos auf die Straße schickt, die 20 mal mehr krebserregendes Stickoxid ausstoßen, als dem Verbraucher weis gemacht wird, der könnte vielleicht auf eine Stufe mit dem Apotheker gestellt werden, der statt eines wirksamen Krebsmedikamentes nur Traubenzucker rausgibt und die Differenz einstreicht.

Aber bei dem Apotheker geht es um sehr viel Geld. Bei VW geht es vielleicht um ein paar Euro mehr an Gewinnbeteiligung von Managern, die einen solchen Betrag nicht einmal wahrnehmen. Nur mit dem Wertesystem eines Soziopathen kann man bei solch einer Sachlage noch eine solche Entscheidung treffen. Es bleibt der Eindruck: wenn das möglich ist, ist alles möglich.

Und dieser Eindruck ist fatal.

Nicht der Imageverlust, nicht einmal der Vertrauensverlust ist das Problem. Und schon gar nicht der drohende finanzielle Verlust bei VW und seinen Zulieferern.

Es ist der Eindruck, dass moralische, ethische oder axiologische Überlegungen bei internen Unternehmensentscheidungen nicht die geringste Rolle spielen – dass diese Überlegungen ausschließlich in der Außenkommunikation der Marketingabteilung nur zitiert werden.

Für Unternehmen – nicht nur, aber besonders der Biobranche – ist ein solcher Eindruck tödlich. Der Verbraucher muss zumindest die Möglichkeit einräumen, dass sich Unternehmensakteure auch von ethischen Überlegungen und Argumenten in ihrem Verhalten beeinflussen lassen. Wer davon ausgeht, ohnehin betrogen zu werden, der kann auch billig einkaufen – für Menschen, denen Geld nicht im Übermaß zur Verfügung steht, ist es sogar irrational, in einen teuren Betrug zu investieren.

Natürlich betreibt auch die Bio-Branche ihr greenwashing. Natürlich kommen auch Betrug und Falschdarstellungen vor. Beides führt nur deshalb nicht zum Aussterben dieser Branche, weil vom Verbraucher immer noch die Möglichkeit eingeräumt wird, dass sich die Branche insgesamt für eine bessere Umwelt, ein besseres Klima, bessere Gesundheit interessiert.

Wir können das natürlich immer wieder versichern, wir können auch Kontrollmechanismen vorweisen. Das hat VW auch getan – man sieht jetzt, was es wert war.

Ich begegne ständig Menschen, die Bio grundsätzlich als Betrug ansehen. Die haben, dank VW, jetzt Aufwind.

 

 

 

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Backzwetschgen-Sugo; Produktion KW 38, 2015

Zwetschgen mit Muskatreibe
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Liebe Freunde der Bremer Bio-Manufaktur,

noch einmal produzieren wir diese Woche unser Backzwetschgen-Sugo.

Wer ein Produkt aus der Produktion dieser Kalenderwoche gekauft hat, wird von dem QR-Code auf dem Booklet, oder dem Link unter dem QR-Code auf diesen Post geleitet. Hier werden Sie über die Herkunft der Waren informiert. Adressen und Links – soweit vorhanden – der wichtigsten Lieferanten und Produzenten sind unten aufgeführt.

Es folgen die Nachweise der Zutaten und eine Liste der Lieferanten und Produzenten.

Zwetschgen: Produzent ist die Rolker Ökofrucht GmbH; Lieferant ist das Naturkost Kontor Bremen.

Zucker: Lieferant ist die Firma „Kornkraft“. Produzent ist „San Isidro“, eine Firma von „Coarzucar“. Es handelt sich um Roh-Rohrzucker aus Argentinien.

Rum: Lieferant ist die Firma „Kornkraft“. Produzent ist Papagayo.

Zimt: Produzent ist Sonnentor; Lieferant ist die ALECO GmbH. Das Produkt stammt aus Sri Lanka.

Kardamom: Lieferant ist die Firma „Kornkraft“. Produzent ist Lebensbaum. Das Produkt stammt aus Guatemala.

Stangen Vanille: Lieferant die ALECO GmbH. Produzent ist Rapunzel. Das Produkt stammt von den Komoren.

Muskatnuss: Lieferant ist die Firma “Kornkraft”. Produzent ist Lebensbaum. Das Produkt stammt aus Sri Lanka.

Salz: Lieferant und Produzent ist die Firma “Kornkraft”. Es handelt sich um Atlantik-Meersalz aus Portugal.

Piment: Lieferant ist die Firma “Kornkraft”. Produzent ist Lebensbaum. Das Produkt stammt aus Sri Lanka.

Adressen und Websites der Lieferanten und Produzenten

ALECO GmbH; Hindenburgstr. 36; 28717 Bremen

Global Organics

Kornkraft Naturkost; Am Forst 32-37; 26197 Großenkneten.

Lebensbaum; Ulrich Walter GmbH, Dr.-Jürgen-Ulderup-Straße 12, 49356 Diepholz.

Naturkost Kontor Bremen; Am Waller Freihafen 1; 28217 Bremen.

Papunzel Naturkost; Rapunzelstraße 1, D – 87764 Legau.

Rolker Ökofrucht GmbH; Osterladekop 5; 21635 Jork.

Papagayo Rum; Arroyo y Esteros, Paraguay.

Ingenio y destilería San Isidro; Sargento Cabral (no number) – Campo Santo
(Provincia de Salta, Argentina)

SONNENTOR Kräuterhandelsgesellschaft mbH, Sprögnitz 10, 3910 Zwettl, Österreich.

Backzwetschgen-Sugo; Produktion KW 37, 2015

Backzwetschgensugo im Glas
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Liebe Freunde der Bremer Bio-Manufaktur,

wir bekommen seit Kurzem wieder regionale Zwetschgen. Das nutzen wir natürlich sofort, um wieder unser Backzwetschgen-Sugo zu produzieren. Die letzten Gläser aus der Produktion des vergangenen Jahres haben wir nämlich vor zwei Wochen auf dem Bio-Wall verkauft.

Wer ein Produkt aus der Produktion dieser Kalenderwoche gekauft hat, wird von dem QR-Code auf dem Booklet, oder dem Link unter dem QR-Code auf diesen Post geleitet. Hier werden Sie über die Herkunft der Waren informiert. Adressen und Links – soweit vorhanden – der wichtigsten Lieferanten und Produzenten sind unten aufgeführt.

Es folgen die Nachweise der Zutaten und eine Liste der Lieferanten und Produzenten.

Zwetschgen: Produzent ist der Obsthof Schaeper; Lieferant ist das Naturkost Kontor Bremen.

Zucker: Lieferant ist die Firma „Kornkraft“. Produzent ist „San Isidro“, eine Firma von „Coarzucar“. Es handelt sich um Roh-Rohrzucker aus Argentinien.

Rum: Lieferant ist die Firma „Kornkraft“. Produzent ist Papagayo.

Zimt: Produzent ist Sonnentor; Lieferant ist die ALECO GmbH. Das Produkt stammt aus Sri Lanka.

Kardamom: Lieferant ist die Firma „Kornkraft“. Produzent ist Lebensbaum. Das Produkt stammt aus Guatemala.

Stangen Vanille: Lieferant die ALECO GmbH. Produzent ist Rapunzel. Das Produkt stammt von den Komoren.

Muskatnuss: Lieferant ist die Firma “Kornkraft”. Produzent ist Lebensbaum. Das Produkt stammt aus Sri Lanka.

Salz: Lieferant und Produzent ist die Firma “Kornkraft”. Es handelt sich um Atlantik-Meersalz aus Portugal.

Piment: Lieferant ist die Firma “Kornkraft”. Produzent ist Lebensbaum. Das Produkt stammt aus Sri Lanka.

Adressen und Websites der Lieferanten und Produzenten

ALECO GmbH; Hindenburgstr. 36; 28717 Bremen

Global Organics

Kornkraft Naturkost; Am Forst 32-37; 26197 Großenkneten.

Lebensbaum; Ulrich Walter GmbH, Dr.-Jürgen-Ulderup-Straße 12, 49356 Diepholz.

Naturkost Kontor Bremen; Am Waller Freihafen 1; 28217 Bremen.

Papunzel Naturkost; Rapunzelstraße 1, D – 87764 Legau.

Obsthof Schaeper; Ostedeich rechts der Oste 11, 21784 Geversdorf.

Papagayo Rum; Arroyo y Esteros, Paraguay.

Ingenio y destilería San Isidro; Sargento Cabral (no number) – Campo Santo
(Provincia de Salta, Argentina)

SONNENTOR Kräuterhandelsgesellschaft mbH, Sprögnitz 10, 3910 Zwettl, Österreich.

 

Bio Wall

Markt am Wall
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Liebe Freunde der Bremer Bio-Manufaktur,

seit einem Brand ist die Bremer Prachtstraße „Am Wall“ teilweise gesperrt. Das bietet die Möglichkeit für diverse Events, an einer Stelle, wo sich sonst die Autos schlängeln.

Vergangenen Samstag fand auf dem gesperrten Teilstück eine Bio-Veranstaltung statt, mit Verkaufs-, Verköstigungs- und Infoständen. Auf einer Bühne wurde zusätzlich ein Talk-Programm geboten, u.a. mit Beteiligung des zuständigen Senators. Später auch etwas Live-Musik.

Auch dem Wetter geschuldet (es war super!), gab es lebhaftes Publikumsinteresse.

Die Bremer Bio-Manufaktur möchte sich bei allen Kunden und Interessenten bedanken, die in so großer Zahl unseren Stand aufgesucht haben, dass schon am Nachmittag (die Veranstaltung endete um 22 Uhr) alle mitgebrachten Flyer ihrer Informationspflicht nachgekommen waren. Nächstes Mal bringen wir mehr mit – versprochen.

Wer keinen Flyer mehr abbekommen hat, kann sich aber auch auf diesem Blog oder auf der Homepage ausführlich informieren. Das gilt natürlich auch für diejenigen, die einen Flyer erwischt haben.

Viel Spaß dabei!

 

Foto: Richard Verhoeven