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Kleine deeskalierende Vorrede

Liebe Kommentatorinnen und Kommentatoren des Bremer Bio Blogs. Ich freue mich über Ihre Beteiligung. Dieses Weblog enthält ja nicht nur Informationen zu den Vorgängen in der Bremer Bio-Manufaktur, sondern auch solche zu allgemeinen Themen, die unsere Arbeit betreffen. Diese Beiträge sollen nicht nur Informationen transportieren, von denen wir glauben, dass sie für unsere Leser interessant sein könnten, nein, sie sind primär als Einladung gedacht; als Einladung, sich zu beteiligen, zu kommentieren, zu diskutieren, sich zu echauffieren. Was immer Sie wollen.

Damit wir alle gut miteinander auskommen, bitte ich Sie, sich dabei im Rahmen gewisser Mindeststandards der Höflichkeit zu bewegen. Ich werde mich ebenfalls darum bemühen. Höflichkeit ist ja eigentlich schon ein Wert an sich, ich möchte darüber hinaus aber noch zwei Gründe zu bedenken geben:

Erstens sind nicht alle Menschen bereit, sich beschimpfen zu lassen. Wird der Ton rauer, klinken sie sich aus und wir verlieren deren Beiträge. Das ist aber ein ganz schlechtes Selektionskriterium. Wenn wir zur digital divide noch eine diffamation divide hinzufügen, also nicht nur Menschen ausschließen, die nicht online sind, sondern auch solche, denen der Ton der Diskussion nicht behagt, werden wir wahrscheinlich keine ausreichende Bandbreite an Meinungen und Argumenten zu sehen bekommen um eine interessante Diskussion zu gewährleisten. Wäre schade drum!

Zweitens gibt es auch einfach keinen Anlass zu einem Überlegenheitsgefühl, das ja zumeist einer schärferen Einlassung zugrunde liegt.  Niemand hat so etwas wie ein Wahrheitsmonopol. Auch nicht, wenn wissenschaftliche Studien oder Ergebnisse angeführt werden können. In seiner „Logik der Forschung“ bemerkt Karl Popper: „Alle Theorien sind Hypothesen, alle können umgestoßen werden. Das Spiel der Wissenschaft hat grundsätzlich kein Ende. Wer beschließt, die wissenschaftlichen Sätze nicht weiter zu überprüfen, tritt aus dem Spiel aus.“

Wissenschaftliche Theorien und Ergebnisse sind also immer nur vorläufig. Das gilt auch für Theorien der Ethik und moralische Urteile, will man diese nicht entweder als rein subjektiv oder – das andere Extrem – unsere moralischen Intuitionen als objektiv und unantastbar ansehen. Ebenso sind persönliche Einstellungen, Überzeugungen und Werthaltungen wandelbar: Wer noch nie eine Meinung geändert hat, werfe den ersten Stein.

Man gehe also respektvoll mit einer abweichenden Meinung um: Es könnte in Zukunft die eigene sein.

Wie eigentlich in jeder Lebenslage, kann man sich auch hierbei ein Beispiel an Mahatma Ghandi nehmen. Er schrieb: “I am a learner myself, I have no axe to grind, and wherever I see a truth, I take it up and try to act up to it.”

Viel Spaß wünscht Ihnen

Gabriel Bergmann

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